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AD(H)S
Was ist AD(H)S ?
Aufmerksamkeits-
defizit ohne Hyperaktivität (ADS)
Aufmerksamkeits-
defizit mit Hyperaktivität (ADS)
Wie äußert sich AD(H)S ...
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AD(H)S

Was ist AD(H)S ?

Fällt ein Kind länger als 6 Monate sowohl im Kindergarten / in der Schule (also in einer Gruppensituation) als auch zu Hause durch ausgeprägt unaufmerksames und impulsives, unüberlegtes Verhalten auf, so spricht man von einer Aufmerksamkeits-Defizit-Störung (ADS). Zeigen sich zusätzlich motorische Unruhe und übermäßiger Bewegungsdrang (Hyperaktivität), so spricht man von einer Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS).

Typisch für AD(H)S ist, dass die Verhaltensweisen weder dem Alter noch dem Entwicklungsstand des Kindes entsprechen und sich nicht von allein wieder bessern. Das auffallende Verhalten tritt nicht phasenweise auf, sondern ist zeitlich stabil. Oft sind mit AD(H)S weitere Begleitstörungen, wie z.B. Teilleistungsstörungen (Lese-Rechtschreibschwäche, Rechenschwäche) verbunden.

Aufmerksamkeitsdefizit ohne Hyperaktivität (ADS)

Von dieser Form sind häufiger Mädchen als Jungen betroffen. ADS zeichnet sich durch Unaufmerksamkeit, Impulsivität und eine Aktivitätsminderung (Hypoaktivität) aus. ADS-Kinder besitzen eine mangelnde, nicht altersgemäße Konzentrationsspanne. Sie bringen kein Spiel zu Ende, sind zerstreut, lassen oft Sachen liegen und vergessen kleinste Anweisungen. Ihr Arbeitstempo ist langsam und sie wirken verträumt.
Obwohl bei dieser Form überschießendes Verhalten vollkommen fehlt, neigen auch diese Kinder zu heftigen Stimmungsschwankungen und Wutanfällen. Aufgrund ihrer Konzentrationsstörung sind sie in der Schule meist leistungsschwach.

Aufmerksamkeitsdefizit mit Hyperaktivität (ADHS)

ADHS-Kinder durchlaufen eine ausgeprägte und lang anhaltende Trotzphase mit häufigen Wutanfällen. Das Spielverhalten ist planlos, die Ausdauer gering. Das Sozialverhalten der Kinder mit ADHS kann sich im Laufe der Zeit ebenfalls gestört entwickeln und dazu führen, dass es zunehmend isoliert wird.
Auch in der Schule kommt es infolge der steigenden Anforderungen zu mehr oder weniger erheblichen Schwierigkeiten. Das Kind stört den Unterricht, zeigt wenig Ausdauer und ist leicht ablenkbar. Es reagiert mit Wutanfällen oder spielt den Klassenclown, um Aufmerksamkeit und Zuwendung zu erhalten.
Die Grundstimmung der meisten ADHS-Kinder ist unglücklich, ihr Selbstbewusstsein schwindet. Kinder und Jugendliche mit ADHS haben ein mehrfach höheres Risiko für Unfälle.

Wie äußert sich AD(H)S ...

... bei Säuglingen und Kleinstkindern

Die Kinder werden als unausgeglichen beschrieben und haben Probleme mit der Anpassung. Manche fallen durch Ess- und/oder Schlafprobleme auf oder sind sogenannte "Schreibabys". Sie finden schon zu Beginn ihres Lebens nur schwer ein stabiles Gleichgewicht und werden von den Eltern bereits frühzeitig als "schwierig" erlebt.

... bei Kleinkindern und Grundschulkindern

Von AD(H)S betroffene Kinder fallen im Kindergarten durch ihre Unfähigkeit zu ruhigen Beschäftigungen und ihre ausgeprägte Hyperaktivität auf. Sie können sich nicht konzentrieren, sind immer in Bewegung, klettern auf Tische und Regale und bringen selten ein Spiel zu Ende. Vom Kindergarten hören die Eltern oft, dass sie die Gruppe stören, sich nicht einfügen können und andere Kinder beim Spielen unterbrechen.
Auch zu Hause ist die Situation schwierig, ein ständiger Kreislauf von Aufforderungen und Ermahnungen, ohne dass sich im Verhalten des Kindes etwas ändert.
Wenn das Kind in die Schule kommt, verschärfen sich die Probleme weiter. Konzentriertes Arbeiten im Unterricht ist nur für kurze Momente möglich; jede Ablenkung wird aufgegriffen. AD(H)S-Kinder können nicht still sitzen, reden dazwischen und nutzen jede Gelegenheit zum "Rumkaspern". Hausaufgaben werden nur unvollständig oder gar nicht erledigt, weil das Kind vergessen hat, sie in das Hausaufgabenheft einzutragen. Die Probleme treten verstärkt auf, wenn die Kinder Aufgaben bewältigen müssen, die sie nicht frei gewählt haben. Bei Dingen, die ihr Interesse wecken, können sie hingegen sehr konzentriert sein und gute Leistungen erzielen. Aufgrund ihrer Auffälligkeiten bleiben die Kinder hinter ihrer eigentlichen Leistungsfähigkeit zurück und entwickeln nicht selten eine Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwäche. Aufgrund der vielen negativen Erfahrungen im sozialen Umfeld entwickeln viele Kinder trotzige und aggressive Verhaltensweisen oder ziehen sich ganz in sich zurück.

... bei Jugendlichen

Bei einem Großteil der betroffenen Kinder nehmen die Symptome mit Beginn der Pubertät ab. Vor allem die Hyperaktivität ist kaum noch auffällig, zeigt sich jedoch häufig als quälende Unruhe und inneres Getriebensein.
Impulsivität und gestörte Aufmerksamkeit bleiben auch weiterhin bestehen. Im Vordergrund steht zumeist die problematische Schulleistung. Einige Jugendliche entwickeln in dieser Situation verstärkt dissoziales und aggressives Verhalten.
Als großes Problem erweist sich in dieser Zeit die besondere Anfälligkeit für Alkohol- und Drogenmissbrauch. Auch das Risiko, weitere psychische Störungen, wie Depressionen oder Ängste, zu entwickeln ist erhöht.

... bei Erwachsenen

ADHS ist nicht nur eine Störung im Kindes- und Jugendalter, auch Erwachsene sind betroffen. Der Verlauf von ADHS nach Übergang ins Erwachsenenalter kann sehr unterschiedlich sein. Bei einem Teil ist keine Einschränkung mehr spürbar, ein weiterer Teil hat gelernt, mit geringen Beeinträchtigungen zu leben, einige leiden auch im Erwachsenenalter noch deutlich unter den oben genannten Symptomen.
Grundsätzlich gilt, dass die Störung nicht erst im Erwachsenenalter beginnt, sondern schon im Kindesalter bestanden haben muss. Bei vielen Betroffenen ist aber die Grundstörung nicht erkannt worden, so dass später Begleitsymptome wie Ängste, Depressionen oder Suchtverhalten im Vordergrund einer Behandlung stehen.

Mögliche Begleitstörungen

Infolge der häufigen Misserfolge im sozialen und schulischen Bereich und durch die Konflikte mit Gleichaltrigen wie auch zu Hause entwickeln ca. 2/3 der Kinder mit AD(H)S neben den Kernsymptomen weitere Auffälligkeiten.

Häufige Begleitstörungen von AD(H)S sind
  • in 50%
  • in 20-25%
  • in 10-40%
  • in 30%
  • in 10-25%
Störungen des Sozialverhaltens
Angststörungen
Depressionen
Tic-Störungen
Teilleistungsstörungen.

Ursachen

Entscheidende Erkenntnisse über die Ursachen einer AD(H)S wurden erst in den letzten 15 Jahren gewonnen. Durch großangelegte Studien konnte der Verdacht auf eine genetische Disposition (Vererbung) weitgehend gesichert werden.
AD(H)S-Kinder kommen mit unterschiedlicher Anfälligkeit zur Welt, die entscheidend dazu beiträgt, ob sich eine AD(H)S ausbildet. Deshalb spielen auch Umgebungsfaktoren (Lern- und Umweltbedingungen) eine bedeutende Rolle. Dies bedeutet, dass neurobiologische und psychosoziale Faktoren zusammenwirken müssen, damit es zu AD(H)S kommen kann.
Die neurobiologischen Veränderungen betreffen vor allem eine Verminderung des Botenstoffes Dopamin im Gehirn. Botenstoffe regeln den Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen. Dopamin ist in bestimmten Hirnabschnitten für koordinierte Bewegung, emotionale Steuerung und zielgerichtete Aufmerksamkeit zuständig. Bei AD(H)S ist aus verschiedenen Gründen zu wenig Dopamin vorhanden. Reize können somit nicht richtig verarbeitet werden.
Um diesen Mangel ausgleichen zu können, brauchen die Kinder im sozialen Umfeld konkrete Unterstützung und Hilfe, also insbesondere klare, überschaubare und berechenbare Strukturen und Regeln.
Lange Zeit wurde auch diskutiert, ob bestimmte Nahrungsmittel und Zusatzstoffe Veränderungen im Gleichgewicht der Botenstoffe hervorrufen und so AD(H)S mit verursachen. Als mögliche Auslöser wurden vor allem Zucker, Phosphate und Nahrungsmittel, die allergische Hautreaktionen auslösen können, angesehen. Zucker und Phosphate können als Verursacher mittlerweile weitgehend ausgeschlossen werden. Es hat sich jedoch gezeigt, dass etwa 5-10% der Kinder mit AD(H)S auf unterschiedliche Nahrungsmittel mit einer Verstärkung der Symptome reagieren.

Diagnostik

Die Diagnose AD(H)S sollte nur nach einer umfassenden Untersuchung durch erfahrene Fachleute gestellt werden. Die Übergänge von schwierigem zu krankheitsbedingt auffälligem Verhalten sind fließend und oftmals wird vorschnell vermutet, dass es sich um AD(H)S handeln müsse, obwohl andere Probleme die Ursache sind. Eine ausführliche Diagnostik ist wichtig, um andere Erkrankungen auszuschließen und Begleitstörungen zu erfassen. Nur so kann ein speziell auf die Gesamtproblematik des Kindes zugeschnittenes individuelles Behandlungskonzept erarbeitet werden.
Zur Basisdiagnostik gehören ein ausführliches Gespräch mit den Eltern und Kindern bzw. Jugendlichen, um eine allgemeine, störungsspezifische und Familienanamnese zu erheben. Darüber hinaus wird das Kind körperlich untersucht, um andere Erkrankungen auszuschließen.
Um Entwicklungsstörungen, Teilleistungsschwächen und andere Begleitstörungen gezielt zu erfassen, können zusätzlich testpsychologische Untersuchungen (z.B. Intelligenztest, Leistungstests, Konzentrationstest) notwendig sein.
Erst nach diesen Untersuchungen kann zuverlässig die Diagnose AD(H)S gestellt werden.

Therapie

Eine ursächliche Behandlung im Sinne einer Heilung von AD(H)S ist nicht möglich. Es gibt jedoch verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, welche die Symptome deutlich bessern können. Eine rechtzeitige und angemessene Behandlung hilft, Folgeschäden zu vermeiden.
Eine Behandlung sollte auf mehreren, miteinander verzahnten Ebenen erfolgen. Kennzeichen dieses multimodalen Therapiekonzeptes ist die jeweils individuelle Kombination aus verschiedenen Therapieformen: So greifen Eltern-Kind-Beratung, psychotherapeutische Maßnahmen (z.B. Verhaltenstherapie), medikamentöse Therapie, pädagogische Maßnahmen und psychosoziale Hilfestellungen ineinander.
Dabei ist unbedingt zu unterscheiden zwischen obligaten (in jedem Fall notwendigen) und fakultativen (nur in bestimmten Fällen erforderlichen) Therapiemaßnahmen; zur letztgenannten Kategorie gehört die medikamentöse Therapie (Psychopharmakotherapie).
Häufig werden auch sogenannte alternative Therapien angeboten, deren Wirkung wissenschaftlich nicht erwiesen ist. Dazu gehören z.B. die Festhaltetherapie, Diäten und Klang- und Hörtherapien.

Tipps für Eltern

Positive Motivation schaffen
  • nicht nur Erfolge, sondern bereits die Anstrengungsbereitschaft loben
  • grundsätzlich nur auf eine Sache eingehen oder eine Handlung einfordern, nicht gleich mehrere
  • dem Kind keine Fehler aus der Vergangenheit vorhalten, dies wirkt demotivierend und ruft eine negative Grundeinstellung hervor
  • positive Eigenschaften des Kindes nutzen: an Großzügigkeit, Hilfsbereitschaft und Gerechtigkeitssinn appellieren
Klare Strukturen und Regeln festlegen
  • klare Verhaltensregeln zusammen mit dem Kind festlegen, Konsequenzen (keine Strafen!) bei Nichteinhaltung formulieren
  • dafür sorgen, dass alle Erziehungs- und Bezugspersonen im Hinblick auf die Erziehung des Kindes einig sind
Klare, einfache Kommunikation
  • mit dem Kind freundlich, aber bestimmt sprechen
  • zusätzlich mit nonverbalen Mitteln arbeiten, z.B. kurzes Berühren an der Schulter
Vereinbarungen für das Anfertigen der Hausaufgaben treffen
  • eine feste Zeit vereinbaren
  • auf dem Arbeitsplatz liegt nur das, was unmittelbar benötigt wird
  • Aufgaben in überschaubare Einheiten einteilen und Pausen einlegen
  • Wert auf Wesentliches legen, nicht unbedingt über eine unordentliche Handschrift diskutieren

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